Die Kamera
Die Verbindung zum Teleskop
Der Chip und das Teleskop
Bildaufnahme
Der Dunkelstrom
Das Flatfield
Störeffekte
Planetenaufnahmen
Planetenbearbeitung


Die Kamera

Die LcCCD 12 n besitzt im Gegensatz zur LcCCD 14 SC nur eine einstufige geregelte Kühlung, wobei die Kühlstufe so gewählt werden sollte, daß die Kühlung nie ständig läuft. Je kälter die Außentemperatur, umso höher kann die Kühlstufe gewählt werden. Eine Einstellung in Grad Celsius geht nicht, somit ist die tatsächliche Chiptemperatur auch bei gleicher Kühlstufe abhängig von der Außentemperatur.


Die Verbindung zum Teleskop


Die Kamera ist fest mit dem Filterrad FRO1 verschraubt und dieses wiederum über eine Ringschwalbe mit dem Teleskop verbunden, dadurch kann eine beliebige Drehung erfolgen. Bei Fokalaufnahmen ist Norden oben, bei Okularprojektion Süden (diese Bilder werden später bei der Bildverarbeitung gedreht). Das Filterrad hat 12 Positionen, diese sind über die Kamerasoftware ansteuerbar und programmierbar. Zur Zeit ist der Astronomik-Filtersatz eingeschraubt, die Filter mußten mit einem Tropfen Klebstoff gesichert werden.


Der Chip und das Teleskop


Der KAF 1600-Luminanz hat 1536 x 1024 quadratische Pixel von 9 mü Größe, die Abmessungen betragen 13,8 x 9,2 mm. Aufnahmeinstrument ist ein 15 cm Refraktor mit f/8, also 1200 mm Brennweite. Das ergibt eine Auflösung von 1,54 Bogensekunden pro Pixel, was auf Fokalaufnahmen durch das Seeing kaum erreicht wird. Die Sternbildchen sind „schön rund“. Im Binningmodus ergeben sich 768 x 512 Pixel zu 3,08 Bogensekunden, dabei sind die Sterne dann schon „pixelig“, die Bilder sind aber für die Astrometrie noch gut brauchbar, die Empfindlichkeit ist höher, die Transferzeiten sind kürzer und die Kalibrierung und die Verarbeitung sind schneller. Das Gesichtsfeld beträgt 39,5’ x 26,3’. In diesem recht großen Feld finden sich Tausende von Sternen.


Bildaufnahme


Ich benutze fast immer eine Integrationszeit von 60 sec und mache Serienaufnahmen. Dunkelstrom und Flatfield werden schon vor dem Abspeichern der Einzelbilder korrigiert, das Addieren erfolgt mit Schiebemitteln der OES-Software. Die Arbeitsweise für Planetenbilder ist extra erläutert.


Der Dunkelstrom


Zum Anlegen einer Dunkelstrombibliothek müssen sehr enge Temperaturintervalle ( 3 bis 5 Grad) gewählt werden, nur dann entspricht der archivierte Dunkelstrom dem tatsächlichen Dunkelstrom im Bild. Daher müssen diese Bilder an verschiedenen Tagen mit verschiedenen Außentemperaturen gewonnen und archiviert werden. Aktuelle Dunkelstrombilder in der Aufnahmenacht kosten sehr viel Zeit, da die Integrationszeit auch bei Serienaufnahmen der Integrationszeit des Objektes entsprechen soll, andernfalls wird das Rauschen allein durch die Dunkelstromkorrektur zu hoch. Daher bleibt eine Dunkelstrombibliothek ein guter Kompromiss.


Das Flatfield


Die Flatfields erzeuge ich mit einer weiß beschichteten Holzplatte, die an der Wand der Schutzhütte angebracht ist und indirekt beleuchtet wird, Versuche mit einer normalen Glühbirne, einer Leuchtstoffröhre und auch mit Tageslicht haben keine sichtbaren Unterschiede gezeigt. Das größte Problem bleiben Staubteilchen, die sich ab einer gewissen Größe nicht mehr wegkorrigieren lassen. Ein Teilchen sitzt von innen am Kamerafenster und beeinträchtigt fast jede Aufnahme etwas. Weiterhin besteht eine Art senkrecht verlaufendes Interferenzmuster, was bei hohen Kontrasteinstellungen sichtbar wird und durch die Flatfieldkorrektur nicht verschwindet. Da die Aufnahmedauer der Flatfields nicht so lang ist wie die der Dunkelbilder und keine Temperaturabhängigkeit besteht, kann man diese auch in der Aufnahmenacht durchführen, auch hier muß gemittelt werden und die Anzahl der einzelnen Flats soll die Anzahl der Serienbilder eines Objektes nicht unterschreiten. Da die Störeffekte auf dem Chipfenster dominieren und Störungen aus der Optik kaum eine Rolle spielen, kann man auch hier mit einer Bibliothek arbeiten.


Störeffekte


Helle Sterne zeigen rechts am Rand einige dunkle Pixel, die auch bei mittlerem Kontrast schon sichtbar sind. Hierbei handelt es sich nach Auskunft von Herrn Fleischmann (OES) um einen „Überschwinger“ des Verstärkers, der aus Gründen der Rauschunterdrückung so dimensioniert ist. Der Effekt ist klein (0,2%) und linear, stört somit bei der Photometrie nicht. Das Herausrechnen bei der Bildverarbeitung ist mir bisher leider noch nicht gelungen.


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